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Werk des Monats - Jacques Izoard et Jean-Luc Herman

Jacques Izoard (1936-2008)
Jean-Luc Herman (1936-2014)

Der Körper und das Bild
Unveröffentlichte Texte, acht Radierungen, 35x29 cm.
Lüttich, 1980


Jean-Luc Herman (1936-2014)


Jean-Luc Herman wurde 1936 in Theux, Belgien, geboren und starb 2014 in Paris. Er studierte an der Académie Royale des Beaux-Arts in Lüttich und anschließend an der Ecole du Livre in Paris, wo er sich 1959 niederließ und als Artiste attaché bei L'univers des formes, einer von André Malraux geleiteten Sammlung des Verlagshauses Gallimard, anfing.
Herman nimmt an der Bewegung Nouvelle Pigmentation in Paris und Lüttich teil. Er setzt seine malerische Tätigkeit in der Tradition des Monochroms fort. Gleichzeitig veröffentlicht er Bücher, in denen seine minimalistischen Interventionen die Texte zahlreicher Dichter begleiten.
In dieser Zusammenarbeit mit Jacques Izoard präsentiert er acht Radierungen, die bisher unveröffentlichte Texte des Dichters illustrieren.
Das Cabinet des Estampes in Lüttich empfing 1996 eine umfangreiche Schenkung seiner Gemälde, Drucke und Künstlerbücher.


Jacques Izoard (1936-2008)


Jacques Izoard, mit bürgerlichem Namen Jacques Delmotte, wurde am 29. Mai 1936 im Stadtteil Sainte-Marguerite in Lüttich geboren. Sein Vater ist Lehrer und seine Mutter Zeichenlehrerin. Schon in jungen Jahren ist Izoard von Sprachspielen, Rätseln und Kinderreimen fasziniert. Als Jugendlicher entdeckt er die ersten Lektüren, die ihn begeistern, wie die der romantischen Dichter, aber auch zeitgenössischer Persönlichkeiten wie Francis Picabia, einem Vertreter der Dada-Bewegung. Im Alter von etwa 16 Jahren veröffentlichte Jacques Izoard seine ersten Gedichte in der Zeitschrift seiner Schule. 1955, als er noch Student der Literaturregendat war, lernte er Jean Colette, den Herausgeber der Zeitschrift Lettre 55, kennen und arbeitete mit Gedichten an dieser Zeitschrift mit.
Als Lehrer für allgemeine Fächer, hauptsächlich Französisch, in der Sekundarstufe unternahm der Dichter während der Sommerferien seine ersten Auslandsreisen. Ab 1958 unternahm er zahlreiche Aufenthalte in Paris, um verschiedene Schriftsteller wie André Breton, Louis-Ferdinand Céline, Jules Romains usw. zu treffen.
1962 veröffentlichte er seine erste Sammlung, Ce manteau de pauvreté, unter dem Pseudonym Jacques Izoard. Über viele Jahre hinweg unterhält er einen Briefwechsel und eine enge Verbindung zu den Autoren und Künstlern, die sein Leben durchkreuzen.
Als Mitglied der Jury für den Wettbewerb "Liège jeunes poètes" fördert er einen der Teilnehmer, Eugène Savitzkaya, indem er seine Schriften im Journal des poètes veröffentlicht. Savitzkaya ist der erste einer langen Reihe von Schriftstellern, die Izoard unterstützen und in der Zeitschrift Odradek, die er 1972 gründet, veröffentlichen wird. Im selben Jahr wird er Mitglied des Animationskomitees von L'Atelier de l'agneau, einem kleinen Verlag, der dazu beiträgt, junge Dichter auf den Markt zu bringen.
Von Treffen zu Treffen, von Kolloquien zu Lesungen und von Preisen zu Auszeichnungen wurde Jacques Izoard zu einer unumgänglichen Figur in der Poesie seiner Zeit, gleichzeitig Autor und Entdecker junger Talente. Obwohl er im Jahr 2000 seine berufliche Tätigkeit aufgab, veröffentlichte er weiterhin und erhielt bis zu seinem Tod am 19. Juli 2008 zahlreiche Preise. 2006 bis 2011 wurden drei Bände seiner Œuvres complètes veröffentlicht.
Das Haus der Poesie Jacques Izoard
Das Haus von Jacques Izoard befindet sich in der Rue Chevaufosse 50 (Saint-Laurent-Viertel, dem Viertel, in dem Jacques Izoard aufwuchs). Das Haus des Dichters sollte eine wichtige Rolle in seinem künstlerischen Leben spielen. Er veranstaltete dort Treffen mit anderen Dichtern und empfing alle seine Künstlerfreunde. Als Kokon der Arbeit beherbergt das Haus auch seine umfangreiche Bibliothek, in der er Bücher und Zeitschriften aufbewahrt.
Dieses Haus, das Zeuge so vieler poetischer Begegnungen war, wurde zum Sitz des Maison de la poésie Jacques Izoard. Dieser gemeinnützige Verein wurde auf Initiative von Maria Beuken (seiner einzigartigen Gefährtin im Haus), Jean-Paul Brilmaker und Gérald Purnelle gegründet.
Ziel des Maison de la poésie Jacques Izoard ist es, das Werk des Dichters, die Poesie und das Schreiben zu fördern.
Nach dem Tod von Maria Beuken im Jahr 2020 wurde das Haus des Dichters verkauft. Seine gesamte Bibliothek und sein persönliches Archiv werden in den Fonds patrimoniaux aufbewahrt, die nun den Sitz des Maison de la Poésie Jacques Izoard beherbergen.
Die Fonds patrimoniaux haben sich von Anfang an um die Unterstützung und Förderung von Lütticher Autoren bemüht. Durch die Bestände, die sie beherbergen - Fonds Izoard, Thiry, Bolsée, Champagne, Gerardy, Linze und Ruet - bilden sie eine Heimat für literarische Studien.


Sandrine Vandecasteele